Dieser winzige Stern sieht zwar nicht spektakulär aus, jedoch aus der Nähe betrachtet sieht das ganz anders aus:
Mit freundlicher Genehmigung von David A. Hardy (www.hardyart.demon.co.uk)
Was passiert bei dieser Nova?
Eine Nova ist ein Stern, dessen Helligkeit sich über eine relativ kurzen Zeitraum signifikant erhöht. Die Bezeichnung rührt vom lateinischen Ausdruck nova stella (neuer Stern) und bezieht sich auf das plötzliche Auftauchen eines vorher nicht sichtbaren sternähnlichen Objekts am Himmel. Novae sind nicht mit Supernovae zu verwechseln, die einem gänzlich anderen Mechanismus unterliegen.Novae treten in engen Doppelsternsystemen auf, deren Primärkomponente (normalerweise) ein weißer Zwerg ist. Er zieht Wasserstoff seines Begleiters auf seine Oberfläche. Die Gasmassen des großen Hauptreihensterns gehen über eine Grenze, die sogenannte Rochegrenze und fließen auf den weißen Zwerg. Nach einiger Zeit kommet es dann entweder zum sogenannten thermonuklearen Runawag, einem explosiven nuklearen Wasserstoffbrennen in der den weißen Zwerg umgebenden Schale, oder zu einer Explosion aufgrund der Instabilitäten in der Schale.Novae werden wegen dieser Überflutung (griechisch kataklysmos) mit der Materie des Begleitsterns auch kataklysmische Veränderliche genannt. Es ist erstaunlich einen Einzelstern über 2,6 Millionen Lichtjahre zu sehen!
Was wollen wir aus den Daten herauslesen? Diese veränderlichen haben einen sehr engen Orbit mit bis nur zu ein paar Stunden Umdrehungsdauer. Diese Doppelsterne können mit den stärksten Teleskopen nicht aufgelöst werden. Durch die Lichtkurve wollen wir etwas über
- den Orbit und die Ebene der Umlaufbahn des Doppelsternsystem der kleine Begleitstern ein weißer Zwerg, hat eine Oberflächentemperatur von bis zu einigen 100.000 Grad auf dem Begleitstern bildet sich ein sogenannter „Hot Spot“.
- Beobachtung des Hot Spot auf dem Begleitstern Das Gas kann nicht geradlinig auf den weißen Zwerg hinabfließen, es sammelt sich in einer Akkretitionscheibe, die bis einige Millionen Grad heiß werden kann. Durch genaue Fotometrie kann man vielleicht Fluktuationen in der Scheibe nachweisen, diese Prozesse sind oft im All vertreten (von Planetenbildung bis zu schwarzen Löchern).
- Helligkeitsvariationen in der Akkretitionsscheibe Regelmäßige Untersuchungen könnten Hinweise auf das Ausbrechen des Veränderlichen geben, kataklysmische Veränderliche haben die größten Helligkeitsschwankungen aller Veränderlichen.
- Erkennen von Mustern der Helligkeitsvariantionen Auch die Akkretitionsscheibe wird teilweise verdeckt, die Dopplerverschiebung in der Scheibe kann gemessen werden. Mögliche Kandidatensterne:
Name Koordinaten
RS Oph 17h50m -06Grad42
AE Aqr 20h40m -00Grad52
SS Cyg 21h42m 43Grad35 (liegt zwar außerhalb, wäre aber interessant)
V603Aql 18h48m 00Grad35
TT Ari 02h06m 15Grad17
LS Peg 21h51m 14Grad06
Es würde mich freuen, wenn sie unseren Bebachtungsvorschlag annehmen könnten, wir versichern ihnen uns lange mit den Daten auseinanderzusetzen und durch unsere Beobachtungen zu ergänzen.
Mir ist bewusst das wir nicht die hellsten Exemplare der Veränderlichen ausgesucht haben, vielleicht wäre es trotzdem möglich die Beobachtungen durchzuführen.
Un hier dann das Antwortmail vom 25.09.2007:
Sehr geehrter Herr Kleinschuster! Das MOST Science Team ist anlässlich seines letzten Treffens im Sommer in Vancouver, Kanada, zusammengetreten und hat unter anderem auch die im Rahmen des Projektes"Das Universum im Koffer - MOST für alle"gestellten Beobachtungsanträge sehr eingehend diskutiert und über deren Realisierbarkeit abgestimmt.
Das MOST Science Team setzt sich zusammen aus:
Prof. Jaymie Matthews (Mission Scientist)University of British Columbia, Canada
Prof. David GuentherSt. Mary's University, Canada
Prof. Tony MoffatL'Université de Monréal, Canada
Prof. Slavek RucinskiUniversity of Toronto DDO, Canada
Prof. Dimitar SasselovHavard-Smithsonian Center, Cambridge, USA
Prof. Gordon A. H. WalkerUniversity of British Columbia, Canada
Prof. Werner W. Weiss Universität Wien, Österreich
Das MOST Science Team war von der Qualität aller eingereichten Vorschläge stark beeindruckt und hat dem österreichischen Vertreter, Prof. Weiss, zu dem Engagement von Schulen und Amateuren gratuliert. Es waren nicht zuletzt diese sehr positiven Erfahrungen, die zum Start eines gleichartiger Wettbewerbs in Kanada geführt haben.
Hier die Details zu dem von Ihnen eingereichten Antrages:
Kataklysmische Veränderliche:
Der Antrag wurde vom Science Team als interessante Fragestellung beurteilt. RS Oph und LS Peg sind allerding mit ihren Perioden von 261,93 und 280 Tagen zu langperiodisch, um von MOST sinnvoll beobachtet zu werden. Weiters hat sich in der Diskussion herausgestellt, dass AE Aqr und V603 Aql zu lichtschwach sind.
AE Aqr wurde dennoch auf die Warteliste gesetzt, eine Beobachtung kann aber leider nicht garantiert werden.
Allerdings wurden Beobachtungen von TT Ari mit MOST vom 23. bis 28. Oktober eingeplant.
Wir gratulieren herzlich!
Datenübergabe:Sobald die beobachteten Daten verfügbar sind, werden diese von unseren Wissenschaftern vorreduziert. Diese Lichtkurven werden Ihnen - je nach Größe - per Mail oder auf CD zugeschickt. Wenn Sie wollen, stellen wir Ihnen auch gerne die noch nicht reduzierten Rohdaten zu Verfügung. Bitte diesbezüglich einfach mit Jürgen Öhlinger in Verbindung setzen. Noch eine kleine Vorankündigung: An einem Termin zwischen Ende Oktober und November werden alle Projekte an der Institutssternwarte im Rahmen einer Pressepräsentation präsentiert.
Sobald dieser Termin fixiert ist, werden wir Ihnen eine offizielle Einladung zusenden. Vielen Dank für die Teilnahme am Projekt "Das Universum im Koffer - MOST für alle"!
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Werner W. Weiss Österreichischer Projektverantwortlicher für das Weltraumteleskop MOST
Es würde mich freuen wenn wir auch von Amateuren am Boden Daten über den Stern bekommen könnten.
Hier noch der Link:
http://www.universum-im-koffer.at/
Günter Kleinschuster