Der ein paar Minuten lange Bremsschub war fast vollendet. Die Mondlandefähre „Falke“ sank nun zwischen 4.000 Metern hohen Gebirgen zur Mondoberfläche hinab. Es waren aber keine normalen Berge, die an den Fenstern des Falken vorbeizogen. Es waren Ringgebirge im Regenmeer, lateinisch Mare Imbrium, auf der nördlichen Mondhemisphäre. Eines der größten Einschlagsbecken auf dem Mond. Gebildet vor fast 4 Milliarden Jahren. Das einschlagende Objekt war ein Protoplanet mit 250 Kilometern Durchmesser. Das durch ihn entstandene Regenmeer hat einen Durchmesser von 1.145 Kilometern. Die Astronauten wollten mehr über die Geologie dieser Gegend herausfinden. Doch der Landeplatz lag nicht nur am Rande des Apenninengebirges. Gleich in der Nähe befindet sich eine Lavarille, auch genannt Hadleyrille, ein urzeitlicher Lavafluß, der schließlich versiegte. Beim Aufsetzen der Mondlandefähre sagte Kommandant David Scott: „Okay Houston, der Falke ist auf der Ebene bei Hadley“. Und zu seinem Begleiter Jim Irwin: „Oh, sieh dir diesen Berg an, Jim . Wenn er von der Sonne beschienen sind. Ist das nicht wunderschön? Das ist einfach super, unreal“. Bei diesem Foto ist die Mondrille ganz fein ganz oben in der Mitte des Bildes zu erkennen. Der große Krater rechts ist Archimedes. Er hat einen Durchmesser von 81 Kilometern. Als Besonderheit ist sein Kraterboden mit Lava geflutet. Der linke Krater ist Aristyllus, der mittlere Autolycus. Eine eigene Welt zu erforschen. Und so waren die ersten Worte von Apollo 15 Kommandant David Scott auf der Mondoberfläche: „Während ich hier draußen in den Wundern des Unbekannten bei Hadley stehe, wird mir klar, dass es eine grundlegende Wahrheit unserer Natur gibt: Der Mensch muß forschen. Und das hier ist Erforschung in ihrer größten Form.“








