{"id":7544,"date":"2026-04-22T12:49:53","date_gmt":"2026-04-22T10:49:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vulkanlandsternwarte.at\/?p=7544"},"modified":"2026-04-22T12:49:54","modified_gmt":"2026-04-22T10:49:54","slug":"mein-lieblingsplatz-am-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vulkanlandsternwarte.at\/index.php\/wordpress\/2026\/04\/22\/mein-lieblingsplatz-am-himmel\/","title":{"rendered":"Mein Lieblingsplatz am Himmel"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eJetzt bist du wieder dort?\u201c fragte mich Astrokollege Hannes in dieser sternenklaren Nacht. Ich war wieder dort. Am sch\u00f6nsten Flecken des Himmels. Sch\u00f6ner als die Ringe des Saturn. Sch\u00f6ner als das bl\u00e4uliche Leuchten des Plejadenhaufens. Sah man durchs Fernrohr sah man einen zarten Hauch von nichts. 2 nebelige Fleckchen. Warten. Warten ein paar Minuten bis sich das menschliche Auge an die Dunkelheit gew\u00f6hnt hat. Pl\u00f6tzlich tritt sie hervor-die Spiralstruktur des gl\u00fchenden Nebelw\u00f6lkchens. 23 Miillionen Jahre altes Licht, das auf meine Netzhaut traf. Ich war wieder dort. Charles Messier hatte genug. Auf der Suche nach den flinken Gesellen des Sonnensystems, den Kometen, kam er immer an Objekte am Himmel, die Kometen verdammt \u00e4hnlich sahen, sich aber gegen\u00fcber dem Sternenhimmel nicht bewegten. Er katalogisierte die Objekte in seinem nach ihm benannten Messier Katalog. Und so entdeckte er am 13.Oktober 1773 ein Objekt im Sternbild Jagdhunde und beschrieb es als \u201eschwachen Nebel ohne Sterne\u201c. Nat\u00fcrlich wusste er noch nichts von der wahren Natur dieses Nebels. Das schwache Leuchten waren in Wirklichkeit 100 Milliarden Sterne in einer Welteninsel vereint! Im Jahr 1845 erkannte dann Williams Parsons, der dritte Earl von Rosse die Spiralstruktur des Nebels im damals gr\u00f6\u00dften Fernrohr der Welt. Es hatte einen Spiegeldurchmesser von 182cm! Die spiralige Form hielt er aber f\u00e4lschlicherweise f\u00fcr ein entstehendes Sonnensystem.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.vulkanlandsternwarte.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/678808216_26900790712859049_2349439477360862398_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"733\" src=\"https:\/\/www.vulkanlandsternwarte.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/678808216_26900790712859049_2349439477360862398_n-1024x733.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7545\" srcset=\"https:\/\/www.vulkanlandsternwarte.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/678808216_26900790712859049_2349439477360862398_n-1024x733.jpg 1024w, https:\/\/www.vulkanlandsternwarte.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/678808216_26900790712859049_2349439477360862398_n-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.vulkanlandsternwarte.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/678808216_26900790712859049_2349439477360862398_n-768x550.jpg 768w, https:\/\/www.vulkanlandsternwarte.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/678808216_26900790712859049_2349439477360862398_n.jpg 1266w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Warum entstand gerade bei dieser Messier 51 Galaxie, auch Whirlpoolgalaxie genannt, diese markante Spiralstruktur? Das zweite Nebelchen oberhalb ist auch eine Galaxie, eine ganze Sternenstadt. Sie tanzt um die Hauptgalaxie, Gefangen im Sog der Schwerkraft, zieht sie Gas und Sterne aus ihr heraus. Dadurch werden die Gravitationsdichtewellen verst\u00e4rkt, es bilden sich besonders gut die beiden Spiralarme heraus, in denen neue Sterne gebildet werden, das wundersch\u00f6ne Spiralmuster entsteht. Es kommt in der Natur oft vor. In Schneckenh\u00e4usern. In Hurrikanes. In Sonnenblumen. Und eben auch in hundertausend Lichtjahren durchmessenden Spiralgalaxien. Die Spiralarme werden durch besonders junge und helle Sterne nachgezeichnet. Aber sie sind es auch die jung in gewaltigen Explosionen wieder vergehen \u2013 den Supernovae. Ich konnte sogar schon 2 diese Explosionen in dieser Spiralgalaxie beobachten, im Jahr 2005 und einmal 2011. Unglaublich, ein einzelner Stern erstrahlt mit der Helligkeit von Milliarden Sonnen. Durch diese Helligkeit kann man auch recht gut die Entfernung zu diesen Sterneninseln bestimmen. Und so wird diese Galaxie noch Milliarden Jahre an unserem Himmel zu sehen sein, die Vereinigung der beiden Galaxien geht weiter. Die Whirlpoolgalaxie &#8211; der sch\u00f6nste Platz am Himmel!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eJetzt bist du wieder dort?\u201c fragte mich Astrokollege Hannes in dieser sternenklaren Nacht. Ich war wieder dort. Am sch\u00f6nsten Flecken des Himmels. Sch\u00f6ner als die Ringe des Saturn. Sch\u00f6ner als das bl\u00e4uliche Leuchten des Plejadenhaufens. Sah man durchs Fernrohr sah man einen zarten Hauch von nichts. 2 nebelige Fleckchen. Warten. 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