Eine Bedeckung der besonderen Art

Am 19. 06. 2020 zwischen 10.13h  und 10.32h MESZ konnte ich eine Venusbedeckung durch den Mond am helllichten Tag mitverfolgen. Das Besondere war, dass sich sowohl der Mond als auch die Venus in einer schmalen Sichelgestalt bei der Bedeckung zeigten.  Da der PW soweit im Süden lag, dauerte die Bedeckung nur etwas mehr als 15 Minuten. Der Wettergott hat zwar nur teilweise mitgespielt – trotzdem war die Beobachtung aus meiner Sicht ein Erfolg.

Mond und Venus in Sichelgestalt   
Kurz vor dem Eintritt
Eintritt: 10.13h MESZ
Bedeckung
Austritt: 10.32h MESZ
Nach der Bedeckung

Aufnahmetechnik: APO 104/650mm mit 2fach Barlow Linse. Camera: Canon EOS 80D bei ISO200 / 1:500

 

Die Reise im Virgo-Haufen geht weiter

M61 mit abknickenden Spiralarmen liegt im südlichen Teil des Virgo- Galaxienhaufens. Bei meiner Suche nach attraktiven Galaxien im Virgo- Haufen bin ich um M61 nicht herumgekommen und musste sie gleich mit ein paar anderen lichtschwächeren Galaxien ablichten.

Optik: CDK17″ f/8, Canon EOS77Da,, 24x140sec, ISO1600, Ort: Sternwarte Buchegg_Kla

1I/’Oumuamua?

Nein, es ist die Spiralgalaxie NGC 5907 in extremer Kantenlage.

Aus unserer Sicht eher eine schlanke Spiralgalaxie im Sternbild des Drachen. Ihr fehlt im Zentralbereich fast die ganze Ausbuchtung (Balge), wo häufig ein schwarzes Loch sitzt. Die scheinbare Helligkeit liegt bei 10,4mag und NGC 5907 ist von unserer Galaxis an die 40 Mio Lichtjahre entfernt.  Entdeckt wurde die Galaxie 1788 von keinem geringeren als William Herschel.

Aufgenommen mit CDK17″ f/8,  Canon EOS 80D, Belichtungszeit gesamt: 2Std bei ISO1600.  Sternwarte Buchegg_F. K. 

Auf die Perspektive kommt es an

Während wir auf die berühmte Strudel-Galaxie M51 im Sternbild Canes Venatici senkrecht blicken, (face-on) sieht man die andere Spiralgalaxie NGC4565 im Sternbild Coma Berenices von der Seite, (edge-on).

Messier 51 besteht aus einem Paar sich begegnender Galaxien und ist „nur“ 27 Mio Lichtjahre von uns entfernt. Begünstigt durch die Nähe und die räumliche Orientierung steht die Sichtbarkeit der Spiralarme bei visueller Beobachtung an erster Stelle. M51 hat eine scheinbare Helligkeit von 8,4mag.

Face-On Galaxie M51                                                       Daten: Canon EOS 77Da, CDK17″, f=8, 32x165s, ISO1600

Spektakulär ist der Anblick der Edge-On Galaxie NGC4565 im Sternbild Haar der Berenike. NGC4565 (Spindel-Galaxie) ist eine Spiralgalaxie in Kantenstellung, ist circa 55 Mio Lichtjahre entfernt und ihre scheinbare Helligkeit beträgt 9,5mag. Auch bekannt als Nadel-Galaxie soll sie die Haarspange im prachtvollen Haarschopf der Berenike darstellen.                            WIE TREFFEND!

Edge-On Galaxie NGC4565                                        Canon EOS 77Da, CDK17″, f=8, 30x120s, ISO800

Sternwarte Buchegg_F. K.

Auf der Jagd nach Welteninseln

Niemand ist gern allein – das gilt genauso für Deep-Sky-Objekte. Werfen wir nur einen Blick auf den Virgo- Haufen, auch im Sternbild Löwe können wir deren Gemeinschaft besonders gut erkennen.

Ganz besonders faszinieren mich Galaxien- Gruppen oder Paare, die sich wunderschön auf einem Bild darstellen lassen, wie z.B. Markarians Kette im Virgo- Galaxienhaufen oder das Leo- Triplett im Sternbild Löwe.

Markarians Kette im Herzen des Virgohaufens
Leo – Triplett (M65, M66, NGC3628)
Galaxienpaar am Südrand des Virgohaufens
(NGC4536, NGC 4533, NGC4527)         

Die Aufnahmen wurden mit einem Hypergraph6″, f/2,8 in meiner Sternwarte gemacht.

Pferdekopfnebel in voller Pracht und Schönheit

Wer kennt ihn nicht, den Pferdekopfnebel, eine Dunkelwolken- Struktur, eingebettet im Emissionsnebel IC 434 im Gürtel des Orion. Eines der meistfotografierten Objekte in der nördlichen Himmelshemisphäre, was mich aber nicht abgehalten hat, es auch einmal zu versuchen.

Pferdekopfnebel (Barnard 33)

Das Bild entstand in meiner Sternwarte (Buchegg) mit einem CDK 17″/F8 Teleskop von Plane Wave.

 

Barnards Schleife im Sternbild Orion

Mein Fokus lag diesmal nicht beim großen Orionnebel Messier 42 oder IC 434 (Pferdekopfnebel), sondern beim bedeutend lichtschwächeren ausgedehnten Nebel „Barnard’s Loop“ (im Bild links).

Auf der Aufnahme ist nur der nordöstliche Teil des insgesamt zwölf Grad langen Nebelbogens zu sehen.

Für visuelle Beobachter ist der Emissionsnebel eine große Herausforderung in unseren Breitengraden, außer man befindet sich im Gebirge ohne jegliche Lichtverschmutzung und hat im Koffer kontrastverstärkende Nebelfilter dabei.

23 x 5½ Minuten, 135mm / F2.8, Canon EOS 77Da, ISO1600

Aufgenommen am 3/4. 12. 2019, Privatsternwarte Buchegg

Franz Klambauer

 

Meine erste Astroreise nach Hakos – Namibia

Nach all den vielen Reisevorbereitungen und Treffen mit meinen Reisekollegen zu Hause ging es Ende Mai 2019 endlich los.

Die Anreise nach Hakos mit vollen Koffern war anstrengend, ging aber ohne Probleme vonstatten.

Mein Ziel war in erster Linie, meinen erfahrenen Astrokameraden über die Schulter zu schauen, um meine Praxis in der Astrofotografie zu verbessern und natürlich den Südhimmel mit seiner prächtigen Milchstraße zu bewundern.

Meine Kollegen gaben mir den Rat, nicht mit zu langen Brennweiten zu arbeiten – und das war auch ganz gut so, zumal ich auf der Gästefarm nur eine Außensäule mit einer nicht ganz fitten Montierung zur Verfügung hatte.

Trotz einer angeschlagenen Montierung und teilweise windigen Nächten konnte ich doch einige klassische Objekte mit Brennweiten von 60-360mm belichten.

Mein Fazit:

Wer das erste Mal nach Namibia reist, sollte seine Ziele nicht zu hoch ansetzen. Technische Probleme und sonstige Widrigkeiten können einem einen ordentlichen Dämpfer versetzen.

.

Nachdem ich die Bildbearbeitung zu Hause gemacht und die Ergebnisse gesehen habe, hat sich meine Reise nach Namibia sehr wohl gelohnt und ich kam zur Erkenntnis, noch ein zweites Mal mit meiner gewonnenen Erfahrung in den Süden zu reisen.

Der Sternenhimmel abseits jeglicher Lichtverschmutzung in Namibia ist atemberaubend. Auch bei Tage hat Namibia mit seiner bizarren Landschaft und wilder Tierwelt einiges zu bieten.

Aufnahmen mit astromodifzierter DSLR Kamera, Bildbearbeitung mit PixInsight.

Das Mirakel im Walfisch

Omikron oder Mira Ceti ist ein variabel veränderlicher Stern und Namensgeber für die Mira-Sterne.

Mira Ceti verändert ihre Helligkeit in regelmäßigen Abständen um bis zu 8 Größenklassen.

Die wundersame Mira ändert ihre Helligkeit mit einer Periode von 331 Tagen enorm, die Helligkeit schwankt etwa zwischen 3,3 und 9,3 mag.

In ihrem Minimum leuchtet sie zu schwach, um sie mit dem bloßen Auge zu sehen, während sie im Maximum gut sichtbar ist.

Eine Aufnahmenserie von Okt. 2017 bis Feb. 2018 veranschaulicht gut, wie ihre Leuchtkraft beständig zunimmt. (s. beigefügte Bilder) „Das Mirakel im Walfisch“ weiterlesen