Rendezvous der Riesenplaneten

Mit Spannung erwarteten wir die enge Begegnung der beiden größten Planeten unseres Sonnensystems. Am 21. Dez. überholte der Riesenplanet Jupiter in nur 6 Bogenminuten Abstand den ringgeschmückten Saturn. Eine solche Konjunktion findet nur alle 20 Jahre statt – dementsprechend groß war die Anspannung – wie wird sich das Wetter entwickeln? Und justament hat sich in der entscheidenden Woche eine Inversionswetterlage eingestellt.

Improvisation war gefragt: ich musste raus aus der Nebelsuppe und so konnte ich wenigstens am 17.12. bzw. 20.12. auf 1200m Seehöhe (Teichalmgebiet) das spektakuläre Schauspiel mitverfolgen und einige Aufnahmen machen. Leider hat am 21. Dez. eine Wolkenfront die engste Begegnung komplett verdeckt.
Naja: in 20 Jahren kann man es ja wieder versuchen!

Am 17. Dez. war auch die schmale Mondsichel dabei.

Aufnahmen am 20.12. von der Sommeralm aus.  Canon Zoom Objektiv 18-200mm

 

 

 

 

Ein himmlisches Objekt

Passend zu dieser Jahreszeit konnte ich den offenen Sternhaufen NGC 2264 (bekannt als Weihnachtsbaum Sternhaufen) endlich mal selbst fotografieren. NGC 2264 wird noch von rötlich leuchtendem Wasserstoffnebel, bläulichem Reflexionsnebel  und nicht zuletzt vom dunklen Konusnebel geprägt. Das Weihnachtswunder befindet sich in etwa 2500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn.

Hypergraph 150 / 450, Canon 77Da, Idas Nebelfilter, 35x165s, ISO800

Alte Bekannte – h und Chi Persei

Mit freiem Auge ist der Doppelsternhaufen schon als länglicher wolkiger Fleck auszumachen. Aber erst mit einem Fernglas bietet er einen unvergleichlichen Anblick. Die beiden Cluster mit den Katalognummern NGC 869 und NGC 884 sind ein beliebtes Beobachtungsobjekt für Teleskopbesitzer.  Interessant ist, dass die hellsten Haufenmitglieder bis zu 50 000-fach leuchtkräftiger sind als unsere Sonne. In der Entfernung von h und Chi, rund 7500 Lichtjahre, würde unsere Sonne lediglich mit einer scheinbaren Helligkeit von nur 17 mag leuchten.

Hypergraph 6″ / f2,8
DSLR astromodifiziert 
Belichtung: 50x30s, ISO800

 

Perseiden Sternschnuppennacht 2020

Während meiner diesjährigen Perseiden Sternschnuppen – Beobachtung auf einer Anhöhe nahe Eggersdorf, konnte ich wieder einige Dutzend Sternschnuppen herabregnen sehen. Die Bedingungen waren gut, bis sich der Mond störend einmischte.

Einen schönen Meteor konnte ich sogar zur Erinnerung auf einem Foto festhalten!

Einzelbild gezoomt: 10s/ISO1600, DSLR+Sigma 10mm/1:2,8

 

M24: Kleine Sagittariussternwolke

M 24 ist im herkömmlichen Sinne kein Deep-Sky-Objekt, obwohl sie im Messier- Katalog als solches eingetragen ist. Sie ist vielmehr eine  Sternenwolke aus Millionen nicht aufgelöster Sterne der Milchstraße im nördlichen Teil des Schützen und wird durch dunkle Wolken aus kaltem Gas und Staub begrenzt. Die Entfernung beträgt etwa 12 000 bis 16 000 Lichtjahre.

APO 104/650mm, Canon EOS 80D, 36x 105s bei ISO1600

Eine Bedeckung der besonderen Art

Am 19. 06. 2020 zwischen 10.13h  und 10.32h MESZ konnte ich eine Venusbedeckung durch den Mond am helllichten Tag mitverfolgen. Das Besondere war, dass sich sowohl der Mond als auch die Venus in einer schmalen Sichelgestalt bei der Bedeckung zeigten.  Da der PW soweit im Süden lag, dauerte die Bedeckung nur etwas mehr als 15 Minuten. Der Wettergott hat zwar nur teilweise mitgespielt – trotzdem war die Beobachtung aus meiner Sicht ein Erfolg.

Mond und Venus in Sichelgestalt   
Kurz vor dem Eintritt
Eintritt: 10.13h MESZ
Bedeckung
Austritt: 10.32h MESZ
Nach der Bedeckung

Aufnahmetechnik: APO 104/650mm mit 2fach Barlow Linse. Camera: Canon EOS 80D bei ISO200 / 1:500

 

Die Reise im Virgo-Haufen geht weiter

M61 mit abknickenden Spiralarmen liegt im südlichen Teil des Virgo- Galaxienhaufens. Bei meiner Suche nach attraktiven Galaxien im Virgo- Haufen bin ich um M61 nicht herumgekommen und musste sie gleich mit ein paar anderen lichtschwächeren Galaxien ablichten.

Optik: CDK17″ f/8, Canon EOS77Da,, 24x140sec, ISO1600, Ort: Sternwarte Buchegg_Kla

1I/’Oumuamua?

Nein, es ist die Spiralgalaxie NGC 5907 in extremer Kantenlage.

Aus unserer Sicht eher eine schlanke Spiralgalaxie im Sternbild des Drachen. Ihr fehlt im Zentralbereich fast die ganze Ausbuchtung (Balge), wo häufig ein schwarzes Loch sitzt. Die scheinbare Helligkeit liegt bei 10,4mag und NGC 5907 ist von unserer Galaxis an die 40 Mio Lichtjahre entfernt.  Entdeckt wurde die Galaxie 1788 von keinem geringeren als William Herschel.

Aufgenommen mit CDK17″ f/8,  Canon EOS 80D, Belichtungszeit gesamt: 2Std bei ISO1600.  Sternwarte Buchegg_F. K. 

Auf die Perspektive kommt es an

Während wir auf die berühmte Strudel-Galaxie M51 im Sternbild Canes Venatici senkrecht blicken, (face-on) sieht man die andere Spiralgalaxie NGC4565 im Sternbild Coma Berenices von der Seite, (edge-on).

Messier 51 besteht aus einem Paar sich begegnender Galaxien und ist „nur“ 27 Mio Lichtjahre von uns entfernt. Begünstigt durch die Nähe und die räumliche Orientierung steht die Sichtbarkeit der Spiralarme bei visueller Beobachtung an erster Stelle. M51 hat eine scheinbare Helligkeit von 8,4mag.

Face-On Galaxie M51                                                       Daten: Canon EOS 77Da, CDK17″, f=8, 32x165s, ISO1600

Spektakulär ist der Anblick der Edge-On Galaxie NGC4565 im Sternbild Haar der Berenike. NGC4565 (Spindel-Galaxie) ist eine Spiralgalaxie in Kantenstellung, ist circa 55 Mio Lichtjahre entfernt und ihre scheinbare Helligkeit beträgt 9,5mag. Auch bekannt als Nadel-Galaxie soll sie die Haarspange im prachtvollen Haarschopf der Berenike darstellen.                            WIE TREFFEND!

Edge-On Galaxie NGC4565                                        Canon EOS 77Da, CDK17″, f=8, 30x120s, ISO800

Sternwarte Buchegg_F. K.

Auf der Jagd nach Welteninseln

Niemand ist gern allein – das gilt genauso für Deep-Sky-Objekte. Werfen wir nur einen Blick auf den Virgo- Haufen, auch im Sternbild Löwe können wir deren Gemeinschaft besonders gut erkennen.

Ganz besonders faszinieren mich Galaxien- Gruppen oder Paare, die sich wunderschön auf einem Bild darstellen lassen, wie z.B. Markarians Kette im Virgo- Galaxienhaufen oder das Leo- Triplett im Sternbild Löwe.

Markarians Kette im Herzen des Virgohaufens
Leo – Triplett (M65, M66, NGC3628)
Galaxienpaar am Südrand des Virgohaufens
(NGC4536, NGC 4533, NGC4527)         

Die Aufnahmen wurden mit einem Hypergraph6″, f/2,8 in meiner Sternwarte gemacht.