Raumfahrzeuge im Amateurteleskop

Einen Raketenstart zu beobachten gehört sicher zu den beeindruckendsten Erlebnissen, die man haben kann. Da man aber nicht immer die Zeit hat zu diesen Starts zu reisen, kann man Raumfahrt auch in jeder klaren Nacht von zu Hause aus erleben. Wenn man in diesen Nächten in den Himmel schaut, erkennt man  helle oder schwächere Lichtpunkte, die nicht blinken und gleichmäßig über den Himmel ziehen. Bei blinkenden Objekten handelt es sich meist um Flugzeuge.  Im Sommer sind diese Objekte die ganze Nacht zu beobachten, im Winter eher in den Stunden um Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Zu den Highlights, die man derzeit am Himmel beobachten kann, gehören sicherlich die bemannten Raumfahrzeuge, wie die Internationale Raumstation ISS, unbemannte Versorgungsschiffe für die ISS, sowie bemannte Raumfahrzeuge, wie die Sojus die neue Crewmitglieder zur ISS und von der Station zurück zur Erde bringt. Leider wurde das Space Shuttles Programm aus Altersgründen  mit der letzten Landung der Atlantis im Juli 2011 eingestellt und so kann man die Shuttles nicht mehr am Himmel beobachten.

Ich möchte hier einige Aufnahmen zeigen, die in den letzten Jahren mit einem Amateurteleskop gemacht wurden. Als Instrument wurde ein  200/1000 mm Newton verwendet. Kameramodelle waren eine Philipps ToUCam ProII, Canon 400D, DBK 41, sowie eine ASI 178MC. Beobachtungsort war Stegersbach im Burgenland.

Mein erster unscharfer Versuch der ISS mit angedocktem Shuttle Atlantis  STS 122 am 12.02.2008

 

ISS und Space Shuttle Discovery STS 133 am 05.03.2011 

Am 07.03.2011 dockte die Discovery STS 133 von der ISS ab. Diese Aufnahme zeigt das Shuttle und die ISS wenige Stunden nach dem Abdocken. Schön zu erkennen ist der noch geöffnete Laderaum der Discovery.

 

ISS am 18.11.2011 (Serie aus den besten Bildern eines Überfluges)

 

Dieses Bild zeigt das 3. ATV „Edoardo Amaldi“der ESA am 24.03.2012. Das ATV hatte eine Höhe von ungefähr 260 km und war sehr schnell. Die ISS folgte ca. 20 Minuten später.

 

ISS Überflug am 16.06.2013

 

Japanisches Versorgungsraumschiff HTV-4 „Kounotori 4“ am 06.08.2012

 

ISS Überflug 17.12.2016

 

NGC 2070

Siegfried Hold

NGC 2070 auch Tarantelnebel genannt, ist ein in der großen Magellanschen Wolke gelegener Emissionsnebel. Es ist eines der größten bekannten Sternenstehungsgebiete!  Entfernung 179000 Lichtjahre und Durchmesser ~2000 LJ

Aufnahme: 29.5.2019 Hakos/Namibia
Teleskop: 8″ Astrograph
Kamera: ASI 183MM pro
Filter: Astronomic Ha, OIII
Aufnahmedaten: je 15X 300s
Prozess: PixInsight

Supernovarest als letzter Gruß vom Sommer

Im Sternbild Schwan, einem typischen Sommersternbild, befinden sich die gasförmigen Überreste eines Riesensterns, der vor Jahrtausenden explodiert (Supernova) ist. Der östliche Teil davon, NGC 6995, zeigt sehr schön die unterschiedlichen Elemente, zB Wasserstoff und Sauerstoff, die freigesetzt worden sind:

10 Zoll Newton+Nikon DSLR

 

Projekt EarthKam

Zum bereits achten Mal konnten Schüler/innen des NaWi (naturwissenschaftlichen) Zweiges am BORG Jennersdorf in Kooperation mit der Vulkanlandsternwarte Auersbach, eine Kamera an Bord der ISS (Internationale Raumstation) in 380km Höhe über der Erdoberfläche steuern, um Bilder von der Erde aus diesem Blickwinkel aufzunehmen.

Noch ein Nachbar – die Andromeda Galaxie

Neben Messier 33, der Triangulum-Galaxie, teilen wir uns die unmittelbare Nachbarschaft im All mit der Andromedagalaxie, Objekt Nr. 31 im Messier-Katalog. Sie ist rund 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und mit 1 Billion Sternen rund 3mal häufiger mit Sonnen ausgestattet als unsere Milchstraße. Wer von den Ausmaßen her (Durchmesser) nun die größere Galaxie ist, die Milchstraße oder die Andromedagalaxie, ist aktuell Diskussionsthema unter den Astronomen.

ESPRIT 100 APO Triplett

Der Feuervogel

NGC 6188, der Feuervogel ist eine H2 Region im Sternbild Altar.
Aufgenommen am 2.6.2019 auf Hakos/Namibia in Bicolortechnik
8″ Astrograph, Kamera ASI183, Ha und OIII Filter 

 

Siegfried Hold

 

 

 

 

Wunderbare Region Schwan

Das Sternbild Schwan ist eines der reichhaltigsten Sternbilder der Sommermilchstraße.  Es ist durchzogen von vielen galaktischen Nebel.

Sternbild Schwan. 85mm Samyang, Eos 200Da, Montierung Cem60 IOptron, 58×240 sec.

Aufgenommen mit einer Canon Eos 200Da und einem 85 mm F1,4 (bei F4,8) Objektiv auf meiner Terrassen Sternwarte.

Das Universum ist groß!

Im Oktober 1923 gelang Edwin Hubble der Nachweis, dass die Andromedagalaxie nicht Teil unserer Galaxie, sondern eine eigenständige Sterneninsel ist. Dazu verwendete er das damals weltgrößte Teleskop, 100 Zoll Spiegeldurchmesser, auf dem Mount Wilson. Der Beweis gelang ihm anhand eines besonderen Sterns innerhalb der Andromedagalaxie, einem sogenannten Cepheiden, ein Stern, der in regelmäßigen Abständen seine Helligkeit ändert, wodurch Hubble die Entfernung zu unserer Nachbargalaxie recht gut ermitteln konnte. Ich habe hier nun den Vergleich der Glasplattenaufnahme von 1923 mit meinem Bild der Andromedagalaxie (allerdings 10 Zoll und nicht  100 Zoll wie Hubble) gegenübergestellt.

Siehe dazu auch dieses youTube-Video:
https://www.youtube.com/watch?v=WB2KVXOzCKI

Aufnahme von 1923 gegenübergestellt 2019

Meine erste Astroreise nach Hakos – Namibia

Nach all den vielen Reisevorbereitungen und Treffen mit meinen Reisekollegen zu Hause ging es Ende Mai 2019 endlich los.

Die Anreise nach Hakos mit vollen Koffern war anstrengend, ging aber ohne Probleme vonstatten.

Mein Ziel war in erster Linie, meinen erfahrenen Astrokameraden über die Schulter zu schauen, um meine Praxis in der Astrofotografie zu verbessern und natürlich den Südhimmel mit seiner prächtigen Milchstraße zu bewundern.

Meine Kollegen gaben mir den Rat, nicht mit zu langen Brennweiten zu arbeiten – und das war auch ganz gut so, zumal ich auf der Gästefarm nur eine Außensäule mit einer nicht ganz fitten Montierung zur Verfügung hatte.

Trotz einer angeschlagenen Montierung und teilweise windigen Nächten konnte ich doch einige klassische Objekte mit Brennweiten von 60-360mm belichten.

Mein Fazit:

Wer das erste Mal nach Namibia reist, sollte seine Ziele nicht zu hoch ansetzen. Technische Probleme und sonstige Widrigkeiten können einem einen ordentlichen Dämpfer versetzen.

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Nachdem ich die Bildbearbeitung zu Hause gemacht und die Ergebnisse gesehen habe, hat sich meine Reise nach Namibia sehr wohl gelohnt und ich kam zur Erkenntnis, noch ein zweites Mal mit meiner gewonnenen Erfahrung in den Süden zu reisen.

Der Sternenhimmel abseits jeglicher Lichtverschmutzung in Namibia ist atemberaubend. Auch bei Tage hat Namibia mit seiner bizarren Landschaft und wilder Tierwelt einiges zu bieten.

Aufnahmen mit astromodifzierter DSLR Kamera, Bildbearbeitung mit PixInsight.