Als der Mensch wieder zum Mond aufbrach

Wie fühlst du dich? Du hast gerade alles hinter dir gelassen. Sprichwörtlich. Jedes lebende Wesen. Alle Menschen die du kennst. Luft. Wasser. Alles liegt 400.000km hinter dir. Zwischen dir und der Oase, der Erde, liegt ein unbelebter großer Felsbrocken. Der gute, alte Mond. Du fliegst 6 mal so schnell wie eine Gewehrkugel. Bist mit deinen drei Mitreisenden, Menschen die du dein Leben anvertrauen würdest, im schwarzen Nichts. Alles außerhalb deines Sternenschiffs ist lebensfeindlich. Würde dich in Sekundenbruchteilen umbringen. Keine Luft. Vakuum. Auf der Sonnenseite. 120 Grad. Auf der Schattenseite. -120 Grad. Kein schützendes Magnetfeld wie auf der Erde, das die gefährliche Strahlung der Sonnenstürme abhält. Diese Erfahrung werden in Kürze die Astronauten der NASA Artemis II Mission machen. Sie werden zum Mond fliegen und ihn umrunden. Doch nicht nur das. Sie werden dabei am Tiefsten in den Raum vordringen, tiefer als jeder Mensch vor ihnen. Die Reise zum Mond – wie sie Johannes Kepler im Jahr 1609 im vielleicht ersten Science Fiction Roman „Somnium – der Traum vom Mond“ beschrieben hat.