Molekülwolken im Spiralarm der Milchstraße

Der Pferdekopfnebel. Im Gürtel des Orion. Eine Dunkelwolke. Vorige Woche habe ich ihn mit einer neuen Generation von Teleskop besucht. Der Pferdekopfnebel trägt die Bezeichnung Barnard 33. Benannt nach Edward Emerson Barnard, der über 300 dieser Dunkelwolken katalogisierte. Diese Wolken sich über zig-Lichtjahre. Sie enthalten einige Millionen Sonnenmassen. Ein Smart Teleskop mit 50 mm Öffnung. Es findet selbständig die Objekte, die Steuerung erfolgt über ein Smartphone. Diese Woche war Zeit für größeres Besteck. Ich nahm das Spiegelteleskop mit 280 mm Öffnung. Nun erscheint der dunkle Nebel größer. Doch es ist kein Nichts, kein schwarzes Loch. Wenn unsere Augen im Infrarot sehen könnten würden sie lauter glühende Sternennester beobachten. Hunderte davon. Auch unsere Sonne war vor Milliarden Jahren in so einer Dunkelwolke verborgen. Sie kollabiert. Aufgrund der niedrigen Temperatur, nur 10 Grad über dem absoluten Nullpunkt und unterschiedlichen Dichten. Vielleicht hat irgendwo ein explodierender Stern, eine Supernova dieses Ungleichgewicht herbeigeführt. Die Wolke fällt in sich zusammen. Komprimiert immer mehr. Bis sie heiß genug ist um die Kernfusion an vielen Orten zu zünden. Sternenkinder sind geboren. Doch diese Wolke nur als Gas- und Staubnebel zu bezeichnen würde ihr nicht gerecht werden. Sie ist so kalt das sich die Atome zu größeren Gebilden zusammenschließen können. Den Molekülen. Natürlich ist das vorherrschende Molekül H2, ein Verband aus zwei Wasserstoffatomen. Dann Kohlenmonoxid. Dann Wasserstoff und Sauerstoff, die Hydroxilmoleküle. Das Faszinierendste an der Erforschung der Dunkelwolken: Es wurden auch schon Aminosäuren entdeckt. Die Bausteine des Lebens, in einem unvorstellbarem kalten und großen Raumbereich mitten im Weltraum!