Rupes Recta – die große Mauer auf dem Mond

Die große chinesische Mauer ist vom Weltraum aus von Astronauten zu sehen. Diese Aussage wird oft verbreitet, stimmt aber nicht. Obwohl sie mit 6.620 Kilometer das längste Bauwerk der Welt ist gelingt es nicht sie von der internationalen Raumstation aus zu beobachten. Die Astronauten berichten aber das sie die Grenze von Süd- zu Nordkorea leicht erkennen können. Allerdings in der Nacht, während Südkorea hell erleuchtet ist herrscht in Nordkorea Dunkelheit. Eine „Mauer“ die aber von der Erde aus auf dem Mond zu erkennen ist ist Rupes Recta. Auch als lange Wand bezeichnet befindet sie sich im Mare Nubium (dem Wolkenmeer). Die Stufe hat einen Höhenunterschied von bis zu 500 Meter, ist 3 Kilometer breit – aber 116 Kilometer lang. Wenn der Mondschatten in seiner monatlichen Wanderung über unseren Trabanten streift ist die lange Wand in der Nähe der Schattengrenze schon in kleinen Teleskopen zu sehen. Würde man vor der langen Wand in seinem Raumanzug stehen sieht man einen Steilhang mit 30 Grad Neigung und 500 Metern Höhe! Er würde sich bis zu beiden Seiten des Horizonts ziehen und dann dahinter verschwinden. Ein imposanter Anblick! Solche Steilhänge entstehen als Reste von Kratergebirgen oder eher hier wahrscheinlich als Bodenabsenkung infolge des Mare Imbriums Einschlages. Zwei große Krater sind zu sehen. Links Krater Thebit mit 55 Kilometern Durchmesser liegt er am Rande des Wolkenmeers.Rechts von der langen liegt mit 16 Kilometern der Krater Bird. Doch noch eine Besonderheit sieht man in diesem Bild. Links und rechts der langen Wand sieht man sanfte Hügel. Mit Birt dome und Thebit domes gibt es hier seltene Erscheinungen der vulkanischen Aktivität auf dem Mond. Domes sind nichts anderes als die auf der Erde vorkommenden Schildvulkane. Und so zeigt unser dieser kleine Bildauschnitt die gewaltigen Kräfte die planetare Körper bildeten – Rillen aus epischen Einschlägen und Vulkanausbrüche, die Welten formten.