„Eppur si muove (Und sie bewegt sich doch!)“ Soll er leise gesagt haben als die spanische Inquisition ihn zu Hausarrest verurteilte. Galileo Galilei. Er entdeckte 4 kleine Sternchen neben dem Gasriesenplaneten Jupiter. Die Monde die er entdeckt hat (vielleicht hat sie Simon Marius schon vorher gesehen, dokumentiert hat sie Galileo, doch das ist eine andere Geschichte). Im Jahr 1610. Die Gallileischen Monde. Vier kleine Sterne die ein strahlendes Scheibchen umrunden. Gallileo war fasziniert. Er wusste nicht was die Sternchen waren. Er musste sie am nächsten Tag wieder beobachten. Doch was war das? Sie waren alle an einer anderen Stelle! Jeden Tag wiederholte sich dieses Spiel. Einmal war ein Sternchen verschwunden. Was zum Teufel war das? Und plötzlich kam ihm die Eingebung. Es waren Himmelskörper, Monde, die um Jupiter kreisten! Benannt wurden sie nach den Geliebten des Zeus, die Römer nannten Jupiter. Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Auch mir persönlich bedeuten die Jupitermonde viel. Sie waren das erste Objekt, das ich in einem Fernrohr selbst gefunden habe, so etwas vergisst man nicht. Einfach: WOW! Lange Zeit wurde es ruhig um die Monde. Doch nicht ganz. Ole Römer berechnete mit ihnen aufgrund ihrer unterschiedlichen Entfernungen von der Erde die Lichtgeschwindigkeit. Und das im Jahre 1676!! 369 Jahre nach ihrer Entdeckung flogen Botschafter der Erde, die Raumsonden Voyager 1 und 2, am Jupiter vorbei. Eigentlich sollten sie vor allem Jupiter erkunden. Doch die gallileischen Monde waren noch interessanter. Io, der innerste Mond. Die Gezeiten von Jupiter zerren an seiner Oberfläche. Heben die feste Oberfläche um fast 100 Meter! Das bleibt nicht ohne Folgen. Io ist der aktivste Mond im Sonnensystem. Über 300 Vulkane sind dauernd aktiv. Eine Hölle aus Lava, Schwefel und Eruptionen geben ihn ein eigenartiges Aussehen. Der nächste Mond: Europa. Glatt wie eine Billiardkugel. Keine Einschläge. Rillen wie auf einem Eislaufplatz. Und doch dürfte dieser Eismond mehr flüssiges Wasser beherbergen als alle Meere der Erde zusammen. Vielleicht auch Leben bei unterseeischen Vulkanen wie auf der Erde? Kallisto, ein riesiger Eismond. Ganymed wäre aufgrund der Größe ein eigener Planet, wenn er nicht um Jupiter kreisen würde. Ein eigenes kleines Sonnensystem für sich. Wäre Jupiter 10 mal größer, hätte das nukleare Feuer in seinem Inneren gezündet, ein echter Stern hätte entstehen können. Wir hätten zwei Sonnen am Himmel. Am 11. August 2023 war Dr. Roland Lammegger von der TU Graz bei unserer Vulkanlandsternwarte. Er baute das Magnetometer für die europäische Jupitersonde JUICE. Er wird damit die Ozeane auf Europa vermessen. Eine Aufgabe wie aus einem Science Fiction Roman. Und doch real. Nach dem Vortrag ging Jupiter hell strahlend im Osten auf, so wie auch dieser Tage noch. Nehmt ein kleines Teleskop oder besucht die Vulkanlandsternwarte und seht das Wunder der Jupitermonde. Diese winzigen Punkte haben ein Weltbild gestürzt und zeigten das sich nicht alles um die Erde dreht. Das sich nicht das Universum um den Menschen dreht.

Aufgenommen mit einem C11 Teleskop und einer ASI178MC Kamera

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.