„Jetzt bist du wieder dort?“ fragte mich Astrokollege Hannes in dieser sternenklaren Nacht. Ich war wieder dort. Am schönsten Flecken des Himmels. Schöner als die Ringe des Saturn. Schöner als das bläuliche Leuchten des Plejadenhaufens. Sah man durchs Fernrohr sah man einen zarten Hauch von nichts. 2 nebelige Fleckchen. Warten. Warten ein paar Minuten bis sich das menschliche Auge an die Dunkelheit gewöhnt hat. Plötzlich tritt sie hervor-die Spiralstruktur des glühenden Nebelwölkchens. 23 Miillionen Jahre altes Licht, das auf meine Netzhaut traf. Ich war wieder dort. Charles Messier hatte genug. Auf der Suche nach den flinken Gesellen des Sonnensystems, den Kometen, kam er immer an Objekte am Himmel, die Kometen verdammt ähnlich sahen, sich aber gegenüber dem Sternenhimmel nicht bewegten. Er katalogisierte die Objekte in seinem nach ihm benannten Messier Katalog. Und so entdeckte er am 13.Oktober 1773 ein Objekt im Sternbild Jagdhunde und beschrieb es als „schwachen Nebel ohne Sterne“. Natürlich wusste er noch nichts von der wahren Natur dieses Nebels. Das schwache Leuchten waren in Wirklichkeit 100 Milliarden Sterne in einer Welteninsel vereint! Im Jahr 1845 erkannte dann Williams Parsons, der dritte Earl von Rosse die Spiralstruktur des Nebels im damals größten Fernrohr der Welt. Es hatte einen Spiegeldurchmesser von 182cm! Die spiralige Form hielt er aber fälschlicherweise für ein entstehendes Sonnensystem.

Warum entstand gerade bei dieser Messier 51 Galaxie, auch Whirlpoolgalaxie genannt, diese markante Spiralstruktur? Das zweite Nebelchen oberhalb ist auch eine Galaxie, eine ganze Sternenstadt. Sie tanzt um die Hauptgalaxie, Gefangen im Sog der Schwerkraft, zieht sie Gas und Sterne aus ihr heraus. Dadurch werden die Gravitationsdichtewellen verstärkt, es bilden sich besonders gut die beiden Spiralarme heraus, in denen neue Sterne gebildet werden, das wunderschöne Spiralmuster entsteht. Es kommt in der Natur oft vor. In Schneckenhäusern. In Hurrikanes. In Sonnenblumen. Und eben auch in hundertausend Lichtjahren durchmessenden Spiralgalaxien. Die Spiralarme werden durch besonders junge und helle Sterne nachgezeichnet. Aber sie sind es auch die jung in gewaltigen Explosionen wieder vergehen – den Supernovae. Ich konnte sogar schon 2 diese Explosionen in dieser Spiralgalaxie beobachten, im Jahr 2005 und einmal 2011. Unglaublich, ein einzelner Stern erstrahlt mit der Helligkeit von Milliarden Sonnen. Durch diese Helligkeit kann man auch recht gut die Entfernung zu diesen Sterneninseln bestimmen. Und so wird diese Galaxie noch Milliarden Jahre an unserem Himmel zu sehen sein, die Vereinigung der beiden Galaxien geht weiter. Die Whirlpoolgalaxie – der schönste Platz am Himmel!







